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     Wissenswertes über PVC

     PVC - ein wiederverwertbarer Werkstoff

      Kunststoffe sind, wie der Titel eines Schulbuches sagt, "Werkstoffe unserer Zeit."
      Sie begleiten uns tagein, tagaus und sind aus unserer Umgebung nicht mehr weg-
      zudenken. Man findet Kunststoffe heute nahezu in jedem Lebensbereich. Ein Viertel
      der Kunststoffproduktion wird als langlebiges Produkt mit einer Lebensdauer von 50
      und mehr Jahren im Bausektor eingesetzt.

      Der Fensterwerkstoff PVC

      1.) Polyvinylchlorid (PVC) ist eine chemische Verbindung aus Chlor, Kohlenstoff und
      Wasserstoff.

      2.) Ausgangsstoffe für PVC sind:
      57 % Chlor (gewonnen aus Kochsalz), das als natürlicher, heimischer Rohstoff nahezu
      unbegrenzt vorhanden ist.
      43 % Kohlenwasserstoff (gewonnen aus Erdöl, Erdgas oder Kohle), der ebenfalls als
      natürlicher Rohstoff in großen Mengen vorhanden ist.
      Durch Chlorierung entsteht als Zwischenprodukt das Flüssiggas VINYLCHLORID (VC). 
      Vinylchlorid wird durch Polymerisation (=Zusammenlegen gleichwertiger Moleküle)
      zu PVC verarbeitet.Das PVC fällt als weißes Pulver an, das chemisch stabil und für den
      Menschen grundsätzlich unbedenklich ist. (siehe Medizinbereich: Spritzen sind aus PVC!!!)

      3.) Gute Materialeigenschaften zeichnen PVC aus

  • langlebig
  • verwitterungsfest
  • unverrottbar
  • schlagzäh
  • glatte und geschlossene Oberfläche
  • formbeständig
  • schwer entflammbar, selbstlöschend
  • recyclingfähig

      4.) Für die Verarbeitung zu Fensterprofilen sind noch folgende Zusatzstoffe erforderlich:

      - Stabilisatoren

      Ein kleiner Anteil an Schwermetallen ist für die Langzeitstabilität erforderlich.
      Sie werden bei der Herstellung fest eingebunden und beim Normalgebrauch nicht mehr
      freigesetzt. Die Chemie bzw. Industrie arbeitet an neuen, schwermetallfreien Rezepturen,
      welche - separat betrachtet - im Schadensfall eine noch geringere Belastung darstellen.
      Heute schon werden Calcium/Zink-Stabilisatoren erfolgreich eingesetzt.

  • Pigmente für die Farbgestaltung
  • Gleitmittel für die Verarbeitungsförderung
  • Träger und Füllstoffe (Gesteinsmehl, Kreide, Textilglas)

      Die wesentlichen Bestandteile einer Fensterprofilrezeptur sind:

  • 94 Teile PVC
  •   6 Teile Acryl
  •   2 Teile Stabilisatoren
  •   3 Teile Kreide
  •   1 Teil Gleitmittel
  •   4 Teile Farbe

      Hart-PVC enthält keine Weichmacheranteile, die somit auch nicht im Laufe der Zeit
      entweichen können. Im Falle des Schadensfeuers ist das Mitverbrennen der
      Fensterprofile UNBEDENKLICH.

      PVC in der Diskussion

      Obwohl jeder irgendwann einmal die Vorteile der Kunststoffe am eigenen Leib
      erfahren hat, macht sich in der Öffentlichkeit mehr und mehr Kritik am PVC-Einsatz  
      breit. Teilweise ist sogar offene Abneigung zu verspüren. Wie bei kritischen Fragen
      von Seiten der Öffentlichkeit durchaus üblich, durchlaufen auch die Kunststoffe in
      ihrer Beurteilung drei Phasen:

  • unkritische Zustimmung
  • radikale Verurteilung
  • kritische Rehabilitierung

     Ein Beispiel für diese radikale Verurteilung ist derzeit der Umgang mit PVC.
     Viele der gegen PVC vorgebrachten Argumente sind emotional und entbehren
     jeglicher sachlichen Grundlage; so wird Kunststoff z.B. für Krebs oder saueren
     Regen verantwortlich gemacht.

     PVC - ein wiederverwertbarer Werkstoff

     PVC ist einer der wichtigsten Kunststoffe. Die Anwendungsmöglichkeiten sind
     vielseitig, 60% des verwendeten PVCs kommen bei langlebigen Gütern zum
     Einsatz (z.B. Bauprofile, Fenster, Rollläden und Rohre). Mit der Diskussion
     um PVC wird oftmals der Ausstieg aus der Chlorchemie gefordert.

     Der hier als so unnatürlich dargestellte Sektor der Chemie ist keine Erfindung
     des Menschen, sondern der Natur. Die Natur betreibt täglich anorganische
     und organische Chlorchemie. Selbst der Mensch wäre zum Tode verurteilt,
     würde seinem Körper nicht täglich seine Menge Chlor in Form von Kochsalz
     zugeführt.

     Erdöl -  Energie - Kunststoff  oelbohr.wmf (14422 Byte)

     Kunststoff nimmt bei seiner Herstellung einen vergleichsweise geringen Anteil am
     Gesamterdölverbrauch ein: Der Verbrauch von Diesel- und Heizöl z.B. liegt bei
     rund 52 % und der von Benzin bei 18 %, während der des Kunststoffs lediglich
     bei etwa 6 % liegt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der Gesamtanteil
     von Hart-PVC am Erdölverbrauch nur bei rund 1 % liegt.

     Die Recycling-Fähigkeit der PVC-Fensterprofile

     Bei genauer und sachlicher Beurteilung sehen wir das PVC als Gut, das problemlos
     und wirtschaftlich eingesetzt werden kann. Wenn auch langlebige Produkte mit
     einer Lebensdauer von 50 und mehr Jahren heute als altes oder unbrauchbares Bauteil
     nur selten vorkommen, müssen wir an Recycling oder Wiederverwertung denken.

     Ein sinnvolles Recycling setzt aber voraus, dass

  • genügend Menge vorhanden ist
  • die Recyclingprodukte vermarktbar sind
  • die Wirtschaftlichkeit gegeben ist
  • eine positive Umweltbilanz erreicht wird.

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